Übermässiges Achselschwitzen

Um was geht es? Kurz Info für Eilige

Achselschwitzen - Dr. med. Daniel Münch

Übermässiges Achselschwitzen, auch axilläre Hyperhydrosis genannt, verbunden mit unangenehmem Körpergeruch und sichtbaren Schweissflecken an Hemden und Blusen ist ein lästiges und für die betroffenen Personen oft peinliches Problem, bis zu 200 000 Menschen sind in der Schweiz davon betroffen. Deodorants oder Antitranspirantien wirken bei übermässigem Schwitzen oft nicht oder verursachen Hautreizungen. Botox verliert die Wirkung nach 2-3 Monaten, Medikamente können Trockenheit an anderen Organen hervorrufen oder Müdigkeit verursachen. Eine chirurgisches Herausschneiden führt zu grossen Wunden und Narben, eine Nervendurchtrennung ist sehr aufwändig und mit Risiko verbunden. Eine wasserstrahl-assistierte Liposuction mit speziellen Instrumenten bietet eine gute Möglichkeit, die Schweissdrüsen mit relativ wenig Aufwand dauerhaft zu reduzieren und so die Achselnässe wirksam zu behandeln.

Behandlungsmöglichkeiten

Déodorants, Antitranspirante, Medikamente, Botox-Injektionen, chirurgisches Herausschneiden der Achselschweissdrüsen oder Durchtrennen von Nerven als Alternativbehandlungen bei übermässigem Achselschwitzen haben Nachteile bezüglich Wirksamkeit, Dauerhaftigkeit, Risiken und Nebenwirkungen.

Schweissdrüsen und Duftdrüsen

Achselschwitzen - Dr. med. Daniel Münch
Ekkrine und apokrine Schweissdrüsen

Schwitzen ist ein normaler und lebensnotwendiger Prozess und dient vor allem der Regulation des Wärmehaushaltes. Die Steuerung der Schweissdrüsen erfolgt über das sympathische Nervensystem, ist sehr komplex und auch von Person zu Person äusserst unterschiedlich. Man unterscheidet zwischen ekkrinen und apokrinen Schweissdrüsen. Ekkrine Schweissdrüsen sind 0,4mm gross und liegen eher oberflächlich in der Haut. Diese Schweissdrüsen regulieren den Wärmehaushalt durch Verdunstungskälte und kommen am ganzen Körper vor, besonders zahlreich in den Achselhöhlen, an den Händen und an den Fusssohlen. Apokrine Schweissdrüsen (auch Duftdrüsen genannt) sind 4mm gross und liegen eher tiefer in der Haut. Sie kommen nur in der Achselhöhle und im Genitalbereich vor und münden immer in einen Haartrichter. 

Ursache

Die häufigste Ursache von übermässigem Schwitzen ist unbekannt (primäre Hyperhydrosis). Gelegentlich können hormonelle Erkrankungen, Medikamente, Infektionen, Kreislaufstörungen oder Übergewicht Ursache von vermehrtem Schwitzen sein (sekundäre Hyperhydrosis).

Achselnässe - auch bei kühlen Temperaturen

Schwitzen ist ein natürlicher Vorgang. Die ekkrinen Schweissdrüsen sondern eine wässerige Flüssigkeit ab, durch die Verdunstung des Schweisses wird dem Körper Wärme entzogen und der Organismus vor Überhitzung geschützt. Hyperhydrose bezeichnet übermässiges Schwitzen und betrifft vor allem die Hände, die Achselhöhlen und die Fusssohlen. An diesen Zonen finden sich auch die meisten ekkrinen Schweissdrüsen. Was übermässigen Schweiss darstellt, ist aus der Sicht der Betroffenen vom Leidensausmass abhängig und damit der subjektiven Einschätzung unterworfen.

Achselschwitzen - Dr. med. Daniel Münch

Achselschweiss ist die am meisten gefürchtete Form des Schwitzens, fast jeder Mensch kennt die lästigen Schweissflecken oder den dadurch entstehenden Schweissgeruch. Das übermässige Achselschwitzen kann zu weitreichenden Störungen im privaten und beruflichen Leben führen und wird  von den Betroffenen als schweres soziales Handicap und als enorme psychische Belastung empfunden. Das vermehrte Schwitzen in den Achselhöhlen tritt unabhängig von der Temperatur bzw. der Jahreszeit auf, ist unvorhersehbar und nicht kontrollierbar. In der Achselhöhle konzentrieren sich die Schweissdrüsen am tiefsten Punkt. Achselschweiss ist deshalb so auffällig, weil der nahezu geschlossene, hemisphärische Raum kaum Luftzirkulation zulässt. Kleidung verhindert zusätzlich die Verdunstung, sondern saugt den überschüssigen Schweiss auf. Das Achselschwitzen tritt immer symmetrisch auf, wobei der Schweregrad in den Achselhöhlen manchmal asymmetrisch sein kann.

Krankengeschichte

  • Beginn im Jugendalter
  • Schwitzen temperaturunabhängig, unkontrollierbar, nicht vorhersehbar
  • Auftreten mehr als 1x pro Woche mit Beeinträchtigung des Alltages
  • nicht während des Schlafes
  • familiäre Häufung
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